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Sonntag, 25. September 2011

Mesh Vehikel - die Mittelklasse

Vor knapp zwei Wochen hatte ich hier meine ersten Eindrücke zu Mesh-Vehikeln beschrieben. Es waren zwei Modelle, die zum Schnäppchenpreis zu haben sind. Inzwischen habe ich mir auch zwei Vehikel geholt, die preislich zur Mittelklasse gehören. Auch hier gibt es erneut Positives, wie Negatives zu berichten.

Der F-117A NighthawkDer Twenty Four V2


Diesmal handelt es sich um die folgenden beiden Modelle:
>> F-117A Nighthawk V1.0 von AMOK Dynamics
>> Twenty Four V2 von HORO  (* siehe Fußnote am Ende des Beitrags)

Bei beiden Produkten wird für den höheren Preis, im Vergleich zu meinem ersten Test, auch mehr Funktion geboten. Die 3D-Modelle sind detaillierter (mit einer Ausnahme) und die verwendeten Skripte haben wesentlich mehr Einstellmöglichkeiten. Wobei ich beim Nighthawk vermute, dass der Anbieter einzig das Skripting in Eigenarbeit erstellt hat, denn für dieses Vehikel gibt es mehrere kostenlose Modelle im Google Warehouse als Download.

Das Fahrwerk ist gut ausgeführt und lässt sich animiert einfahren

F-117A Nighthawk V1.0
Zum Testen des Nighthawk bin ich auf den Hollywood Airport in die Blake Sea Region gegangen. Auf dem Boden macht der Tarnkappen-Jet schonmal einen guten Eindruck. Aufgrund der tiefschwarzen Farbe, lassen sich kleinere Feinheiten kaum wahrnehmen, aber das gesamte Modell ist (bis auf einen kleinen Fehler im vorderen Radkasten) gut konstruiert worden. Das Cockpit lässt sich per direktem Klick, oder über das HUD, öffnen und schließen. Das HUD ist insgesamt ganz ansprechend geworden. Auf der linken Seite sind alle Flug-Funktionen per Button abrufbar, auf der rechten Seite sind die Combat-Funktionen. Als Combat System wird VICE verwendet, allerdings habe ich die lasergesteuerten Bomben in der Blake Sea nicht ausprobiert. Alternativ können auch alle Funktionen per Chat-Eingabe aufgerufen werden.

Sanfter Flug im AbendrotUnd nochmal von hinten

Zum Start ist eine Geschwindigkeit von 60% nötig, um abzuheben. Danach konnte ich bis auf 40% reduzieren, ohne dass der Nighthawk an Höhe dabei verloren hat. Das ist für mich ein entscheidendes Kriterium, gerade bei Kampfjets in SL. Denn diese 40% sind genau richtig, um ohne Streß längere Strecken zu fliegen. Beim Steuern bewegen sich am Nighthawk sowohl die horizontalen Klappen, als auch die vertikalen Ruder.

Am meisten erstaunt war ich über die Simwechsel. Bei Flugzeugen gibt es hier öfter mal nicht beeinflussbare Drifts über den ganzen Sim. Beim Nighthawk waren die Unterbrechungen beim Simwechsel max. 2 bis 3 Sekunden lang. Häufig aber noch wesentlich kürzer. Ich habe bei meinem Test etwa 50 bis 60 Sims überflogen, ohne dass ich den Flug unterbrechen musste. Und so konnte ich am Ende sogar wieder sauber auf dem Hollywood Airport landen.

Tiefflug über die Piratenbucht

Als Bummelpilot habe ich ausschließlich den Taxi-Modus im Flugskript benutzt. Damit ist die Steuerung wirklich gut umgesetzt worden. Kurven und Höhenwechsel gelingen recht einfach und mit heruntergelassenen Landeklappen ist das Flugverhalten noch ein Stück stabiler. Wer mag, kann über das HUD eine Instrumentenanzeige mittig auf dem Bildschirm darstellen. Für kurze Landebahnen kann auch ein Bremsfallschirm gerezzt werden und für ganz hoffnungslose Fälle gibt es einen Schleudersitz, den man aber vor dem Flug seinem Avatar anziehen muss. Genauso ist es möglich, ein Treibstoffsystem zu aktivieren, bei dem man nachtanken muss, bevor der Tank leer ist.

Das HUD des Nighthawk

Die mitgelieferte Notecard ist gut aufgebaut und beschreibt einen kompletten Flugvorgang, vom Rezzen des Vehikels, bis zur abschließenden Landung. Der Nighthawk hat 20 Mesh Prims und eine Prim-Equivalenz von 40. Da bei Vehikelphysik nur die Mesh-Prims zählen, benötigt der Nighthawk keine Attachments.

Hier noch zusätzlich mit eingeblendeter Navigationsanzeige

Schwer zu sagen, ob die nur kleinen Hänger bei Simübergängen durch Mesh-Technik, durch gutes Skripting, oder durch Verbesserungen von LL an den Sim-Servern begünstigt werden. Oder ob es ein Mix aus allen drei Ursachen ist. Jedenfalls macht das Fliegen mit dem Nighthawk richtig Spaß. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist in Ordnung, auch wenn das Modell selbst mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Google Warehouse stammt. Das umfangreiche Skripting und das gute HUD rechtfertigen den Preis alleine schon.

Mein Fazit: Sehr empfehlenswert.
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Der Twenty Four mit Standard Kamera

Twenty Four V2
Für den Twenty Four bin ich zum Testen wieder auf das gute alte Mainland gegangen. Die Rezzone auf Noyo ist ein guter Ausgangspunkt für eine längere Fahrt auf den Linden Straßen. Dort habe ich auch gleich den ersten Negativpunkt entdeckt, der so grob ist, dass ich dieses Auto (zu diesem Preis) nicht weiterempfehlen kann. Aus der Nähe sieht das Auto wirklich gut aus, doch schon ab etwa 6 Meter Entfernung wechselt das LOD (Level of Detail) auf eine Stufe, die für mein Empfinden beim Hochladen in SL falsch eingestellt wurde. Räder und Fenster klappen in eine unansehnliche Kaugummiform zusammen.

Aus der Nähe ist das Design in OrdnungAus 10 Meter Entfernung nicht mehr

Bisher habe ich gedacht, dass dies bei Mesh-Geometrien in dieser Form nicht auftreten kann. Wie der obige Bildvergleich zeigt, ist es aber leider so (das rechte Bild am besten vergrößern). Mein LOD im Viewer hatte ich für den Test bereits auf den für mich vertretbaren Wert von 2.5 erhöht. Deshalb bin ich jetzt auch am Überlegen, ob ich den Hersteller anschreibe und ihn darum bitte, dieses Manko auszubessern.

Beim Fahren selbst stört das falsche LOD jedoch nicht und beim weiteren Verlauf meines Tests, habe ich dann auch noch einiges Positive zu vermelden. Im Gegensatz zu dem günstigen Stealth Coupe aus meinem ersten Mesh-Vehikel Test, kann man beim Twenty Four die Türen, sowie Kofferraum und Motorhaube öffnen, was dann auch gar nicht schlecht aussieht. Auch der Innenraum ist detailliert gestaltet und die Position des Fahrers kann beliebig verändert werden.

Das Öffnen der Türen und Hauben ist etwas fummelig

Sind die Türen geschlossen, sieht man an den Fugen kleine Karosserieversätze, die aber gerade noch akzeptabel sind. Die gesamte Karosserie ist gut konstruiert und enthält einige scharfe Kanten, die schnell auf die Mesh-Technik schließen lassen. Das Design des Autos spricht mich persönlich an, da es kompakt ist und nicht zu protzig wirkt. Beim Fahren mit der Standard Heckkamera wurde ich etwas an den Spieleklassiker "Need for Speed" erinnert, da Fahrverhalten und Perspektive sich ähneln.

Das Skripting des Fahrzeugs ist sehr umfangreich. Es gibt kaum etwas, das sich nicht einstellen lässt. Vor allem die Fahrphysik kann in einem großen Bereich verändert werden. Bodenhaftung, Anpressdruck, Beschleunigung, Lastverteilung und Driftstärke sind Werte, die mir jetzt (einen Tag nach meinem Test) noch einfallen. Die Sim-Wechsel sind etwas holprig und bei weitem nicht so weich, wie beim oben getesteten Nighthawk. Dies könnte mit der vollen Ausnutzung der möglichen 32 Meshprims (max. für Vehikel Physik) zusammenhängen, die eine unglaublich hohe Prim-Equivalenz von 180 erzeugt.

Der Innenraum

Was mir wiederum gut gefallen hat, war die völlig freie Auswahl der Wagenfarbe. Es öffnet sich dazu eine große Regenbogentafel über dem Auto, auf der man Farbe und Helligkeit frei bestimmen kann. Ebenfalls gut sind die 7 verschiedenen Kamera-Modi, die entweder fest, oder mit weichem Nachlauf einstellbar sind. Zwei Kameraeinstellungen sind aus der Augenperspektive, obwohl dazu nicht in den Mouselook geschaltet wird. Deshalb kann man dann auch bei allen Kameras mit dem Scrollrad der Maus den Zoom beeinflussen.

Ein weiteres eingebautes Gimmick ist die 'Hop' Funktion, mit der das Auto einen 10 Meter hohen Luftsprung ausführt. Dies ist ganz nützlich, wenn man mit dem Wagen irgendwo feststeckt oder ein Hindernis überspringen will. Sollte der Twenty Four mal auf dem Dach landen, sorgt ein Align-Button wieder für normale Fahrposition. Und zu guter Letzt gibt es noch ein Minimal-HUD, das lediglich Geschwindigkeit, gefahrene Kilometer und eingelegten Gang anzeigt.

Front-AnsichtHeck-Ansicht

Außer dem eingangs erwähnten, sehr ärgerlichen Fehler, habe ich noch einen weiteren Kritikpunkt, der etwas den Fahrspaß trübt. Obwohl ich über das Menü viel an den Fahreigenschaften ausprobiert habe, ist es mir nicht gelungen, die Lenkbewegung nach links und rechts auf ein feinfühliges Verhalten einzustellen. Selbst bei kürzestem Druck auf die Lenktasten, mach der Wagen immer eine zu große Drehbewegung von ca. 20°. Das habe ich bei anderen Fahrzeugen schon wesentlich besser gesehen.

Mein Fazit: Aufgrund des Fehlers mit der LOD Abstufung nicht empfehlenswert.

>> Inworld Shop AMOK Dynamics
>> Inworld Shop HORO
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(*) HORO hat heute irgendwann den Twenty Four vom Marketplace entfernt. Im inworld Shop ist er aber noch zu haben. Dehalb zeigt der Link zu Beginn dieses Beitrags eine Seite aus dem Google Cache an. Sollte der Artikel wieder auftauchen, korrigiere ich das hier.

Kommentare:

  1. Ja, die F-117 ist einfach nur schwarz und hässlich, was aber nicht nur auf das Meshflugzeug in SL zutrifft, auch "in echt" ist das ein ausgesucht hässliches Flugzeug. Ich hab bestimmt eine halbe Stunde auf Olds rumgestanden und Windlights ausprobiert, aber die mattschwarze Lackierung gibt einfach Nichts her. Ich hab dann auf die T-50 gewartet und die gefällt mir um einiges besser. Endlich ist es rudimentär möglich die Sitzposition einzustellen und die Räder drehen sich auch endlich mal:)

    lg

    Nat

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  2. So hässlich finde ich die F-117 gar nicht. Da ich generell auf Schwarz stehe, finde ich so ein Tarnkappendings ganz gut. Aber die Fotogenität dieses Flugzeugs in SL ist wirklich nicht so berauschend.

    Was für mich aber am meisten zählt, ist die Flugtauglichkeit. Und die ist beim Nighthawk besser, als bei jedem Flugzeug, dass ich bisher in SL probiert habe. Gestern war ich wieder eine Stunde in der Blake Sea unterwegs, weil ich mit dem Teil echt meinen Spaß an der virtuellen Fliegerei wiedergefunden habe. Übrigens bin ich dabei südwestlich von Santa Catalina auf ein Vehikel der Titanic in Originalgröße gestoßen. Leider war es aber schon halb gesunken^^. (Ich glaube, da haben ein paar Leute ein Machinima gedreht). Mal sehen, ob ich davon ein Bild heute Abend hier einstelle, wenn ich wieder zu Hause bin.

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